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DIN 2353: Baureihen LL, L und S verstehen

DIN 2353 legt die 24°-Schneidring- und Dichtkegel-Rohrverschraubung fest, die in der Hydraulik den Standard bildet. Der Kern der Norm sind drei Baureihen: LL, L und S. Sie unterscheiden sich in Wandstärke, Gewinde und Nenndruck und sind untereinander nicht austauschbar. Wer Betriebsdruck und Rohr-Außendurchmesser kennt, hat die Reihe damit schon bestimmt und bestellt ohne Fehlkauf.

Aktualisiert 11. August 2026PTS Technik-Redaktion7 Min. Lesezeit

Teil des Praxishandbuchs

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Was DIN 2353 und ISO 8434-1 festlegen

DIN 2353 beschreibt die lösbare Rohrverbindung über einen 24°-Innenkonus. Ein Schneidring gräbt sich beim Anziehen der Überwurfmutter in den Rohr-Außendurchmesser und dichtet metallisch am Konus; in der DKO-Variante ergänzt ein O-Ring die Dichtung. Die international gültige Fassung ist DIN EN ISO 8434-1, die die ältere DIN 2353 weitgehend übernommen hat. Im Handel meinen beide Bezeichnungen dasselbe System.

Jede DIN-2353-Verschraubung trägt zwei verschiedene Gewinde: das rohrseitige Überwurfmutter-Gewinde am 24°-Konus und das Einschraubzapfen-Gewinde zum Anschluss an Block oder Ventil. Diese beiden sind nicht gleich, ein 12-mm-Rohr der Reihe L trägt zum Beispiel die Überwurfmutter M18x1,5, aber den Zapfen M16x1,5. Bemessungsgrundlage ist immer der Rohr-Außendurchmesser in Millimeter, nicht die Bohrung. Bei Parker heißen die drei Reihen EO Very Light, EO Light und EO Heavy, was LL, L und S entspricht. Quelle: DIN EN ISO 8434-1; Herstellerdaten Parker.

Am selben 24°-Konus kennt die Norm zwei Dichtvarianten: die Schneidring-Version, bei der ein metallischer Ring beim Anziehen ins Rohr schneidet und rein metallisch dichtet, und die DKO-Version mit zusätzlichem O-Ring im Dichtkegel. Beide teilen Baureihe, Gewinde und Nenndruck. Die DKO-Variante dichtet elastomer und metallisch zugleich und ist unempfindlicher gegen Setzverhalten und Losdrehen. Quelle: DIN 3865 (DKO); Herstellerdaten HANSA-FLEX.

AufschiebenHandfestMontiert

Reihe LL: die sehr leichte Reihe

Rohr-Außendurchmesser von 4 bis 12 mm bei durchgängig 100 bar Nenndruck: Das ist das Feld der sehr leichten Reihe LL, der Reihe für kleine Steuer- und Messleitungen. LL hat die kleinsten Gewinde und die dünnsten Wände und gehört dorthin, wo Platz und Gewicht zählen und der Druck niedrig bleibt.

Reihe LL: Rohr-AD, Gewinde und Nenndruck
Rohr-AD (mm)ÜberwurfmutterEinschraubzapfenNenndruck (bar)
4M8x1M8x1100
5M10x1-100
6M10x1M10x1100
8M12x1M10x1100
10M14x1-100
12M16x1-100
Nenndruck 100 bar über alle Größen (DIN-2353-Basiswert). Zapfengewinde je nach Anschlussform; nicht jede Größe wird von jedem Hersteller geführt (10 und 12 LL nur bei einzelnen Anbietern). Quelle: HS Industrie Gewindetabelle; Herstellerdaten Parker.

Reihe L: die leichte Reihe

Mit Rohr-Außendurchmessern von 6 bis 42 mm deckt die leichte Reihe L die breiteste Baugrößenspanne der drei Reihen ab und ist der Standard im allgemeinen Maschinenbau. Der Nenndruck fällt mit steigendem Rohrdurchmesser: von 315 bar in der DIN-Basisausführung bei den kleinen Größen auf 160 bar bei 22 mm und größer. Für die meisten hydraulischen Leitungen im mittleren Druckbereich ist L die richtige Wahl.

Reihe L: Rohr-AD, Gewinde und Nenndruck
Rohr-AD (mm)ÜberwurfmutterEinschraubzapfenDIN-Basis (bar)Premium-Stahl (bar)
6M12x1,5M10x1315500
8M14x1,5M12x1,5315500
10M16x1,5M14x1,5315500
12M18x1,5M16x1,5315400
15M22x1,5M18x1,5315400
18M26x1,5M22x1,5315400
22M30x2M26x1,5160250
28M36x2M33x2160250
35M45x2M42x2160250
42M52x2M48x2160250
Zwei belegte Druckstufen je Größe: die DIN-2353-Basis (Standard-Stahl und Edelstahl) und die hochgesetzte Premium-Stahl-Ausführung über dem DIN-Minimum. Die Werte werden nicht gemittelt, sie beschreiben verschiedene Produkte. Beim Überwurfmuttergewinde 28L nennen einzelne Herstellertabellen M35x2; genormtes Vorzugsmaß ist M36x2. Quelle: Herstellerdaten Parker (Ermeto 4100), VOSS Fluid, HS Industrie, Landefeld.

Reihe S: die schwere Reihe

Bis 630 bar in der DIN-Basis und bis 800 bar in Premium-Stahl: In den kleinen Größen trägt die schwere Reihe S die höchsten Nenndrücke der drei Reihen, bei Rohr-Außendurchmessern von 6 bis 38 mm. Wichtig ist die Fußnote zu den kleinen Größen: Der Wert 630 bar für S 6 bis S 14 gilt nur mit kegeligem Gegengewinde; mit zylindrisch aufgebohrtem Port sind es 400 bar. S gehört dorthin, wo hohe Drücke, Druckstöße oder große Wandstärken auftreten.

Reihe S: Rohr-AD, Gewinde und Nenndruck
Rohr-AD (mm)ÜberwurfmutterEinschraubzapfenDIN-Basis (bar)Premium-Stahl (bar)
6M14x1,5M12x1,5630*800
8M16x1,5M14x1,5630*800
10M18x1,5M16x1,5630*800
12M20x1,5M18x1,5630*630
14M22x1,5M20x1,5630*630
16M24x1,5M22x1,5400630
20M30x2M27x2400420
25M36x2M33x2400420
30M42x2M42x2400420
38M52x2M48x2315420
* 630 bar für S 6 bis S 14 nur mit kegeligem Gegengewinde; mit zylindrischem Port 400 bar. Zwei belegte Druckstufen wie bei Reihe L (DIN-Basis vs. Premium-Stahl), nicht mitteln. Größe S 14 ist nicht genormt, aber verbreitet mit M22x1,5. Quelle: HS Industrie, Landefeld, Herstellerdaten Parker (4100), VOSS Fluid.

Welche Baureihe für welchen Einsatz

Die Reihe folgt dem Druck, die Baugröße folgt dem Rohr-Außendurchmesser. Wer den Betriebsdruck und den Rohrdurchmesser kennt, wählt die Reihe in einem Schritt.

  • Reihe LL: kleine Steuer-, Mess- und Signalleitungen bis 100 bar. Rohr 4 bis 12 mm, wenig Platz, geringes Gewicht.
  • Reihe L: der Standard für den allgemeinen Maschinenbau und die meisten Leitungen im mittleren Druckbereich. Breiteste Baugrößenabdeckung von 6 bis 42 mm.
  • Reihe S: Hochdruckhydraulik, Druckstöße, dickwandige Rohre und sicherheitskritische Leitungen. Rohr 6 bis 38 mm, höchste Nenndrücke.

In der Praxis deckt die Reihe L den größten Teil der Anwendungen ab. Zu LL greifen Sie bei kleinen Nebenleitungen, zu S, sobald der Druck über die L-Grenze steigt oder die Leitung Druckstößen ausgesetzt ist. Die passenden Anzugswerte je Reihe finden Sie unter Anzugsmomente für Schneidringverschraubungen, die Schritt-für-Schritt-Montage unter Schneidringverschraubung richtig montieren.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen L- und S-Reihe?

L ist die leichte Reihe für den mittleren Druckbereich, S die schwere Reihe für die Hochdruckhydraulik. Bei gleichem Rohr-Außendurchmesser hat S das größere Überwurfmuttergewinde, die dickere Wand und den höheren Nenndruck. Die beiden Reihen sind nicht austauschbar.

Was bedeutet DIN 2353?

DIN 2353 ist die Norm für 24°-Schneidring- und Dichtkegel-Rohrverschraubungen und heute in DIN EN ISO 8434-1 überführt. Sie legt die Baureihen LL, L und S sowie je Rohr-Außendurchmesser die Gewinde und Nenndrücke fest. Die Verbindung dichtet am 24°-Innenkonus.

Welchen Nenndruck hat die S-Reihe?

In den kleinen Größen bis 630 bar in der DIN-Basisausführung, in Premium-Stahl bis 800 bar. Der Wert 630 bar für S 6 bis S 14 gilt nur mit kegeligem Gegengewinde, sonst 400 bar. Mit steigendem Rohrdurchmesser sinkt der Nenndruck, bei 38 mm auf 315 bar (DIN-Basis).

Kann ich eine L-Überwurfmutter auf einen S-Stutzen schrauben?

Nein. Schon bei gleichem Rohr-Außendurchmesser tragen L und S verschiedene Gewinde, ein 12-mm-Rohr hat in L M18x1,5, in S M20x1,5. Überwurfmutter, Schneidring und Stutzen müssen immer aus derselben Reihe stammen.

Wonach wähle ich die Baugröße?

Bemessungsgrundlage ist der Rohr-Außendurchmesser in Millimeter, nicht die Bohrung. Die Baureihe (LL, L oder S) wählen Sie nach dem Betriebsdruck: LL bis 100 bar, L im mittleren Bereich, S für Hochdruck.