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Wissen · Verbindungstechnik

Schneidringverschraubung richtig montieren

Eine Schneidringverschraubung dichtet nur, wenn der Ring sauber ins Rohr schneidet, und das gelingt über die richtige Zahl an Umdrehungen, nicht über Gefühl. DIN 2353 verlangt dafür eine zweistufige, umdrehungsgesteuerte Montage: erst die Vormontage, in der der Ring den Bund aufwirft, dann die Fertigmontage im Verschraubungskörper. Diese Anleitung nennt die Umdrehungszahlen je Phase und Hersteller und die Kontrollkriterien, an denen Sie eine gute Vormontage erkennen.

Aktualisiert 11. August 2026PTS Technik-Redaktion7 Min. Lesezeit

Teil des Praxishandbuchs

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AufschiebenHandfestMontiert

Vormontage

Die harte Schneidkante muss sich definiert in den Rohr-Außendurchmesser eingraben (Rohreinschnitt) und vor der Schneide einen sichtbaren Bund aufwerfen (Bundaufwurf), der kaltverfestigt. Parker nennt drei Effekte: Rohreinschnitt, Rohrklemmung und einen Feder-Effekt, der Druckstöße und Biegewechsel abfängt. Deshalb wird der Ring zuerst separat vormontiert, bevor die Verschraubung endgültig geschlossen wird.

Vormontiert wird im gehärteten Vormontagestutzen oder direkt im Verschraubungskörper. Der gehärtete Stutzen schützt den wiederverwendbaren Körper und liefert einen reproduzierbaren Einschnitt; nach Herstellerangabe wird er nach rund 50 Vormontagen ersetzt. Das Rohr muss rechtwinklig, gratfrei und auf Maß abgelängt sein; die Baureihen und ihre Maße erklärt der Beitrag DIN 2353: Baureihen LL, L und S.

Für kleine Abmessungen und die Einzelmontage genügt oft die einstufige Direktmontage im Verschraubungskörper, ohne getrennten Vormontagestutzen. EXMAR nennt dafür 1 1/4 bis 1 1/2 Umdrehungen für den Schneidring, Landefeld rund 1 Umdrehung für den DIN-Schneidring und rund 1 1/4 für den NC-Klemmring. Bei Serienmontage, bei großen Baugrößen und bei Edelstahl bleibt die Vormontage im gehärteten Stutzen die sichere Wahl, weil sie den Ring gleichmäßig und reproduzierbar ins Rohr treibt und den wiederverwendbaren Körper vor Verschleiß schützt.

  1. Rohr rechtwinklig und gratfrei ablängen, innen und außen entgraten. Ein schräger oder gratiger Schnitt verhindert den sauberen Bundaufwurf.
  2. Gewinde, Schneidring und Rohr leicht ölen, kein Fett und kein Trockenlauf. Den Ring lagerichtig aufschieben: die Schneidkante zeigt zum Rohrende.
  3. Rohr bis zum spürbaren Anschlag in den Vormontagestutzen oder Körper einschieben und dort halten. Das Rohr darf während der Vormontage nicht vom Anschlag abheben.
  4. Überwurfmutter von Hand aufdrehen bis handfest. Dieser Punkt ist der Referenzpunkt für die Umdrehungszählung.
  5. Mutter aus dem handfesten Zustand um die vorgegebene Zahl weiterdrehen: rund 1 1/4 Umdrehungen (VOSS, HANSA-FLEX im Körper) bis 1 1/2 Umdrehungen (Parker optimierte EO-Vormontage, HANSA-FLEX im gehärteten Stutzen). Eaton Walterscheid nennt 1 bis 1 1/2 Umdrehungen.
  6. Rohr mit Ring entnehmen und die Vormontage sichtprüfen, bevor endmontiert wird.

Fertigmontage

Bei der Fertigmontage wird das vormontierte Rohr in den endgültigen Verschraubungskörper eingesetzt und die Überwurfmutter angezogen, bis der Ring seine Endlage erreicht und metallisch dichtet. Referenzpunkt ist hier nicht mehr handfest, sondern der deutlich spürbare Kraftanstieg.

Der Kraftanstieg ist deutlich fühlbar: Der Widerstand an der Mutter nimmt sprunghaft zu, sobald der vormontierte Ring am 24-Grad-Konus des Körpers aufsetzt. Ab diesem Festpunkt zählen die kleinen Nachzieh-Winkel, nicht ab handfest. Parker hat die frühere Endmontage von 90 Grad, also einer Viertelumdrehung, auf 30 Grad optimiert, um die Montagekraft zu senken; Eaton Walterscheid steuert die Endmontage ebenfalls über 30 Grad. Welcher Wert gilt, sagt die Anleitung des verbauten Fabrikats.

  1. Vormontiertes Rohr in den Verschraubungskörper einschieben, bis der Ring am 24-Grad-Konus anliegt.
  2. Überwurfmutter von Hand aufdrehen und anziehen, bis der Kraftanstieg deutlich spürbar wird.
  3. Ab diesem Punkt festziehen: rund 1/4 Umdrehung bei Stahl (VOSS, HANSA-FLEX), rund 1/2 Umdrehung bei Edelstahl und bei Wiederholmontage (HANSA-FLEX).
  4. Optimierte Verfahren arbeiten winkelgesteuert: Parker EO mit 30 Grad (rund 1/12 Umdrehung), Eaton Walterscheid mit 30 Grad gesteuert. Diese reduzieren die Montagekraft; halten Sie sich an die Anleitung des verbauten Fabrikats.
  5. Bei Wiederholmontage die Mutter nur bis zum Kraftanstieg und ein kurzes Stück darüber anziehen; der Ring ist bereits eingeschnitten.
Umdrehungen der Überwurfmutter je Hersteller
HerstellerVormontageFertigmontage
VOSS (ES-4)1 1/4 Umdr. (1 bis 1 1/2)1/4 Umdr.
HANSA-FLEX1 1/4 Umdr. im Körper, 1 1/2 im Vormontagestutzen1/4 (Stahl), 1/2 (Edelstahl)
Parker EO (optimiert)1 1/2 Umdr.30 Grad (rund 1/12 Umdr.)
Eaton Walterscheid1 bis 1 1/2 Umdr.30 Grad gesteuert
EXMARrund 1 Umdr. (mit Vormontagestutzen)1/4 bis 1/2 Umdr.
Umdrehungen der Überwurfmutter ab handfest (Vormontage) bzw. ab spürbarem Kraftanstieg (Fertigmontage). Die Werte weichen je Hersteller leicht ab, das ist normal; maßgeblich ist die Montageanleitung des verbauten Fabrikats. Quelle: Herstellerdaten VOSS, HANSA-FLEX, Parker, Eaton Walterscheid und EXMAR. Stand 2026-07.

Die häufigsten Montagefehler

Die meisten undichten Schneidringverschraubungen gehen auf einen Montagefehler zurück, nicht auf ein defektes Bauteil. Fast jeder davon entsteht in einem der beiden Montageschritte und ist mit sauberer Vormontage und der Sichtkontrolle des Bundaufwurfs vermeidbar. Wie Sie eine undichte Verschraubung systematisch eingrenzen, steht im eigenen Beitrag; hier die Fehler, die Sie schon bei der Montage vermeiden:

  • Rohr schräg oder gratig abgelängt: der Ring schneidet ungleichmäßig, die Verbindung leckt oder löst sich unter Druck.
  • Rohr nicht bis zum Anschlag eingeschoben: der Bundaufwurf bleibt zu klein, der Ring hält das Rohr nicht sicher.
  • Zu wenige Umdrehungen, Kraftanstieg ignoriert: der Ring schneidet nicht tief genug, das Rohr kann unter Druck herausrutschen.
  • Zu viele Umdrehungen, Mutter überdreht: der Ring wird gequetscht und das Rohr eingeschnürt, es drohen Anrisse und Dauerbrüche.
  • Verschlissener Vormontagestutzen (über rund 50 Vormontagen): der Einschnitt wird unsauber und unzureichend.
  • Sichtkontrolle des Bundaufwurfs ausgelassen: eine fehlerhafte Vormontage bleibt unentdeckt und fällt erst im Betrieb auf.
  • Trocken oder mit falschem Schmiermittel montiert: die Reibung verfälscht die Umdrehungsmontage, der Ring kann fressen.
  • Bauteile verschiedener Reihen oder Systeme gemischt: Geometrie und Winkel passen nicht zusammen, die Verbindung dichtet nicht.

Passende Verschraubung und Rohr ab Lager

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Preise und Bestände sehen Sie im Sortiment ohne Anmeldung.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Umdrehungen bei der Schneidring-Montage?

In der Vormontage rund 1 1/4 Umdrehungen der Überwurfmutter aus dem handfesten Zustand, je nach Hersteller bis 1 1/2. In der Fertigmontage nach dem spürbaren Kraftanstieg rund 1/4 Umdrehung bei Stahl und 1/2 bei Edelstahl; optimierte Verfahren ziehen nur 30 Grad an. Maßgeblich ist die Anleitung des Fabrikats.

Was ist der Bundaufwurf und warum ist er wichtig?

Der Bundaufwurf ist der sichtbare Materialbund, den der Schneidring beim Einschneiden vor seiner ersten Schneidkante aufwirft. Er ist das Kontrollkriterium für eine korrekte Vormontage: Füllt der Bund die Vorderseite der Schneide aus und lässt sich der Ring drehen, aber nicht mehr axial verschieben, sitzt die Vormontage richtig.

Braucht man einen Vormontagestutzen?

Für größere Abmessungen und die Serienmontage ja. Der gehärtete Vormontagestutzen schützt den wiederverwendbaren Verschraubungskörper und liefert einen reproduzierbaren Einschnitt; er wird nach rund 50 Vormontagen ersetzt. Kleine Abmessungen lassen sich einstufig direkt im Körper vormontieren.

Kann man eine Schneidringverschraubung wiederverwenden?

Ja, den vormontierten Ring und den Körper mehrfach, solange der Ring unbeschädigt ist. Bei der Wiederholmontage ziehen Sie die Mutter nur bis zum Kraftanstieg und ein kurzes Stück darüber an, bei Edelstahl rund 1/2 Umdrehung. Das Rohr selbst wird dabei nicht neu eingeschnitten.

Womit wird der Einschraubzapfen angezogen?

Der Einschraubzapfen wird drehmomentgesteuert mit dem Drehmomentschlüssel angezogen, anders als der umdrehungsgesteuerte Schneidring. Die Nm-Werte je Baugröße und Dichtform stehen im Beitrag [Anzugsmomente für Schneidringverschraubungen](/wissen/anzugsmomente-schneidringverschraubung).