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Rexroth Typenschlüssel erklärt: KWD, FNS, SNS und R16-Nummern entschlüsseln

Ein Bosch Rexroth Führungswagen trägt seine komplette Konfiguration im Typenschlüssel: KWD-025-FNS-C1-N-1. Sechs Felder, von der Familie bis zur Dichtung, beschreiben den Wagen vollständig; wer sie lesen kann, bestellt das richtige Teil ohne PDF-Katalog. Die R16-Materialnummer daneben ist dagegen nur eine Bestellnummer: Vorspannung und Genauigkeit stehen im Code, nicht in den Ziffern.

Aktualisiert 7. Juli 2026PTS Technik-Redaktion8 Min. Lesezeit

Teil des Praxishandbuchs

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Der Typenschlüssel im Überblick

Der Typenschlüssel eines Rexroth Kugelführungswagens ist eine feste Kette aus sechs Feldern. Am Beispiel KWD-025-FNS-C1-N-1 steht jede Position für genau eine Eigenschaft: Familie, Baugröße, Bauform, Vorspannung, Genauigkeit, Dichtung. Lesen Sie die Kette von links nach rechts, dann haben Sie den Wagen vollständig beschrieben, ohne einen Katalog zu öffnen.

KWD ist die Familie: der Kugelführungswagen des Kugelschienenführungssystems BSHP. Die Schiene dazu heißt KSA. Die drei Ziffern danach sind die Baugröße (hier 25). Die drei Buchstaben sind die Bauform. Die restlichen Felder legen Vorspannung, Genauigkeitsklasse und Dichtungsausführung fest.

KWDFamilie025BaugrößeFNSBauformC1VorspannungNGenauigkeit1Dichtung
KWD-025-FNS-C1-N-1 Position für Position
FeldSegmentWertBedeutung
FamilieKWDKugelführungswagenWagen des BSHP-Systems (Schiene: KSA)
Baugröße02525Baubreite/Baureihe, hier Größe 25
BauformFNSFlansch, normal, StandardhöheAnschraubart, Wagenlänge, Bauhöhe
VorspannungC1geringe VorspannungInnere Verspannung des Wagens
GenauigkeitNNormalToleranzklasse für Höhe und Lauf
Dichtung1StandardAbstreifer-/Dichtungsausführung

Die Bauform: drei Buchstaben lesen

Die drei Bauform-Buchstaben folgen einer festen Grammatik. Position 1 beschreibt die Anschraubart, Position 2 die Wagenlänge, Position 3 die Bauhöhe. Aus dieser Systematik lassen sich alle gängigen Wagen ableiten: FNS ist ein Flanschwagen normaler Länge in Standardhöhe, SLH ein schmaler, langer Wagen in hoher Bauform.

Anschraubart entscheidet über die Montagerichtung: Der Flanschwagen (F) wird von oben oder unten durch den Flansch verschraubt, der schmale Wagen (S) wird von oben in den Wagenkörper geschraubt und baut kompakter. Die Länge steuert die Tragzahl: Ein langer Wagen (L) trägt bei gleicher Baugröße mehr als ein normaler (N) oder kurzer (K). Die Höhe passt die Anschlussmaße an.

Die drei Positionen der Bauform
PositionBuchstabeBedeutung
1: AnschraubartFFlansch (Verschraubung durch den Flansch)
1: AnschraubartSschmal (Verschraubung von oben, kompakt)
2: LängeNnormal (Standardlänge)
2: LängeLlang (mehr Kugelreihen, höhere Tragzahl)
2: LängeKkurz (kompakte Bauform)
3: HöheSStandardhöhe
3: HöheHhoch
3: HöheNniedrig
Breite Wagen (B/C, z. B. BNS) sind eigene Baureihen für Sonderlasten und werden bei PTS über die technische Auslegung geführt.
Die acht online geführten Bauformen
BauformAnschraubartLängeHöhe
FNSFlanschnormalStandardhöhe
FLSFlanschlangStandardhöhe
FKSFlanschkurzStandardhöhe
SNSschmalnormalStandardhöhe
SLSschmallangStandardhöhe
SKSschmalkurzStandardhöhe
SNHschmalnormalhoch
SLHschmallanghoch

Vorspannung: C0, C1, C2, C3

Die Vorspannung ist die innere Verspannung des Wagens gegen die Schiene. Die konkrete Vorspannkraft Fpr definiert Rexroth je Wagen im Katalog. Mehr Vorspannung bedeutet höhere Steifigkeit und weniger Spiel, aber auch mehr Reibung und kürzere Lebensdauer. Die Vorspannung sollte ein Drittel der äußeren Lagerbelastung nicht überschreiten. Welche Klasse zu Ihrer Anwendung passt, behandelt der Beitrag Vorspannung richtig wählen.

Vorspannungsklassen der Kugelschienenführung
CodeVorspannungTypische Anwendung
C0ohne Vorspannungleichtgängig, geringe Reibung, höhere Einbautoleranzen
C1geringpräzise Führung, geringe äußere Lasten, hohe Steifigkeit
C2mittelhohe äußere Lasten und hohe Steifigkeit, auch für Einzelschienen
C3hochhöchste Steifigkeit, hohe Momenten- und Wechsellasten
C3 wird nur mit den hohen Genauigkeitsklassen kombiniert. Für die Klasse N sind C0 oder C1 üblich.

Genauigkeit: N, H, P, XP, SP, UP

Die Genauigkeitsklasse begrenzt die Toleranz des Höhenmaßes und des Parallellaufs von Wagen und Schiene. Von N nach UP werden die Toleranzen enger, der Preis steigt, die Auswahl wird kleiner. N und H decken den allgemeinen Maschinenbau ab, P bis UP sind für Präzisions- und Messanwendungen. Die vollständige Toleranztabelle finden Sie unter Genauigkeitsklassen im Detail.

Genauigkeitsklassen von grob nach fein
CodeKlasseEinsatzbereich
NNormalallgemeiner Maschinenbau, Standardanwendungen
HHochengere Toleranz, anspruchsvoller Maschinenbau
PPräzisionPräzisionsanwendungen mit engem Höhenmaß
XPExtra-Präzisionsehr enge Toleranzen, dynamische Präzisionsachsen
SPSuper-PräzisionWerkzeugmaschinen, hohe Positioniergenauigkeit
UPUltra-Präzisionhöchste Genauigkeit, Mess- und Feinstbearbeitung

Die R-Nummer: Materialnummer, kein zweiter Typenschlüssel

Neben dem Typenschlüssel trägt jeder Wagen eine zehnstellige Rexroth-Materialnummer, meist mit R16 beginnend, einzelne Ausführungen mit R20, zum Beispiel R165121421. Diese Nummer ist eindeutig je Ausführung: Gleiche Baugröße, aber andere Vorspannung, Genauigkeit oder Dichtung ergibt eine andere R-Nummer. Sie ist eine Bestellnummer, kein zweiter Typenschlüssel. Vorspannung und Genauigkeit lassen sich aus den Ziffern nicht ablesen.

Ein grobes Muster gibt es dennoch: Der Nummernstamm (die ersten Stellen) ist nach Bauform gruppiert, etwa R1622 für SNS oder R1651 für FNS. Mehr sollten Sie aus den Ziffern nicht ablesen. Verlassen Sie sich für Vorspannung, Genauigkeit und Dichtung immer auf den Typenschlüssel, und prüfen Sie beim Bestellen die vollständige Materialnummer der konkreten Ausführung.

Drei Typenschlüssel entschlüsselt

Die folgenden drei Ausführungen stammen direkt aus dem PTS-Sortiment. Beachten Sie die R-Nummern: Beide SNS-Wagen teilen sich den Stamm R1622, der FNS-Wagen liegt im Stamm R1651. Die vollständige Nummer trägt aber auch Baugröße, Vorspannung und Dichtung, deshalb zählt beim Bestellen nur die Materialnummer der konkreten Ausführung.

Reale Ausführungen mit Materialnummer und Tragzahl
TypenschlüsselR-NummerBaugrößeBauformC dyn. (C100)C0 stat.
KWD-025-FNS-C1-N-1R16512142125Flansch, normal28,6 kN35,9 kN
KWD-015-SNS-C1-N-1R16221142015schmal, normal9,9 kN12,7 kN
KWD-035-SNS-C1-N-1R16223142035schmal, normal51,8 kN80,9 kN
Tragzahlen C100/C0 nach DIN ISO 14728-1, Herstellerdaten Bosch Rexroth. Alle drei Wagen laufen auf der KSA-Schiene gleicher Baugröße und Genauigkeitsklasse.

Typenschlüssel entschlüsselt, jetzt das System konfigurieren

Aus dem Code wird ein komplettes System: Wählen Sie Baugröße, Bauform, Vorspannung und Genauigkeit, ergänzen Sie die Schiene auf Maß und sehen Sie zu jedem Typenschlüssel die passenden Tragzahlen und den Preis.

Preise und Bestände sehen Sie im Sortiment ohne Anmeldung.

Und die Schiene? KSA und die R1605-Teilung

Die Schiene zum Wagen ist die Kugelschiene KSA. Auch sie trägt eine R16-Materialnummer, alle Standardschienen dieser Baureihe beginnen mit R1605. Diese R1605-Kennung steht für die Teilung, also den Lochabstand der Befestigungsbohrungen. Der gleiche Schienentyp kann in einer anderen R-Nummern-Serie mit abweichender Teilung existieren. Gleichen Sie deshalb vor jeder Nachbestellung die Teilung ab; die Baugröße allein sagt darüber nichts.

Drei Regeln gelten für die Paarung: Die Genauigkeitsklasse der Schiene muss mit der des Wagens übereinstimmen. Die Baugröße muss passen. Die Bauform des Wagens ist frei, jede Bauform läuft auf der Schiene gleicher Baugröße. Ob mit Abdeckband oder mit Befestigung von oben, entscheiden Sie beim Schienentyp, denn das Abdeckband ist eine eigene Schienen-Materialnummer und lässt sich nicht nachträglich ergänzen. Das Ablängen auf Maß und die Planung des Randabstands folgen dann als eigener Arbeitsschritt.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet FNS beim Führungswagen?

FNS ist eine Bauform: F steht für Flansch (Verschraubung durch den Flansch), N für normale Wagenlänge, S für Standardhöhe. Ein FNS-Wagen ist damit ein Flanschwagen normaler Länge in Standardbauhöhe. Die drei Buchstaben folgen immer der Reihenfolge Anschraubart, Länge, Höhe.

Wofür steht KWD bei Bosch Rexroth?

KWD ist die Typkurzform des Kugelführungswagens im Kugelschienenführungssystem BSHP. Der Wagen läuft auf der Kugelschiene mit der Kurzform KSA. KWD-025 bezeichnet also einen Kugelführungswagen der Baugröße 25.

Was bedeutet C1 im Typenschlüssel?

C1 ist eine Vorspannungsklasse und steht für geringe Vorspannung. C0 ist ohne Vorspannung, C2 steht für mittlere, C3 für hohe Vorspannung. Die konkrete Vorspannkraft Fpr definiert Rexroth je Wagen im Katalog. Mehr Vorspannung erhöht die Steifigkeit, aber auch Reibung und Verschleiß.

Wie finde ich den passenden Wagen zu meiner Schiene?

Drei Bedingungen müssen stimmen: Die Baugröße von Wagen und Schiene muss identisch sein, die Genauigkeitsklasse muss übereinstimmen, und die Teilung der Schiene muss passen. Die Bauform des Wagens ist frei wählbar, jede Bauform läuft auf der Schiene gleicher Baugröße.

Kann ich die R-Nummer aus dem Typenschlüssel berechnen?

Nein. Die R-Nummer ist eine Materialnummer, kein zweiter Typenschlüssel. Der Nummernstamm gruppiert grob nach Bauform, mehr lässt sich aus den Ziffern nicht zuverlässig ablesen. Vorspannung, Genauigkeit und Dichtung erkennt nur der Typenschlüssel.