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Rexroth Typenschlüssel erklärt: KWD, FNS, SNS und R16-Nummern entschlüsseln
Ein Bosch Rexroth Führungswagen trägt seine komplette Konfiguration im Typenschlüssel: KWD-025-FNS-C1-N-1. Sechs Felder, von der Familie bis zur Dichtung, beschreiben den Wagen vollständig; wer sie lesen kann, bestellt das richtige Teil ohne PDF-Katalog. Die R16-Materialnummer daneben ist dagegen nur eine Bestellnummer: Vorspannung und Genauigkeit stehen im Code, nicht in den Ziffern.
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Der Typenschlüssel im Überblick
Der Typenschlüssel eines Rexroth Kugelführungswagens ist eine feste Kette aus sechs Feldern. Am Beispiel KWD-025-FNS-C1-N-1 steht jede Position für genau eine Eigenschaft: Familie, Baugröße, Bauform, Vorspannung, Genauigkeit, Dichtung. Lesen Sie die Kette von links nach rechts, dann haben Sie den Wagen vollständig beschrieben, ohne einen Katalog zu öffnen.
KWD ist die Familie: der Kugelführungswagen des Kugelschienenführungssystems BSHP. Die Schiene dazu heißt KSA. Die drei Ziffern danach sind die Baugröße (hier 25). Die drei Buchstaben sind die Bauform. Die restlichen Felder legen Vorspannung, Genauigkeitsklasse und Dichtungsausführung fest.
| Feld | Segment | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Familie | KWD | Kugelführungswagen | Wagen des BSHP-Systems (Schiene: KSA) |
| Baugröße | 025 | 25 | Baubreite/Baureihe, hier Größe 25 |
| Bauform | FNS | Flansch, normal, Standardhöhe | Anschraubart, Wagenlänge, Bauhöhe |
| Vorspannung | C1 | geringe Vorspannung | Innere Verspannung des Wagens |
| Genauigkeit | N | Normal | Toleranzklasse für Höhe und Lauf |
| Dichtung | 1 | Standard | Abstreifer-/Dichtungsausführung |
Die Bauform: drei Buchstaben lesen
Die drei Bauform-Buchstaben folgen einer festen Grammatik. Position 1 beschreibt die Anschraubart, Position 2 die Wagenlänge, Position 3 die Bauhöhe. Aus dieser Systematik lassen sich alle gängigen Wagen ableiten: FNS ist ein Flanschwagen normaler Länge in Standardhöhe, SLH ein schmaler, langer Wagen in hoher Bauform.
Anschraubart entscheidet über die Montagerichtung: Der Flanschwagen (F) wird von oben oder unten durch den Flansch verschraubt, der schmale Wagen (S) wird von oben in den Wagenkörper geschraubt und baut kompakter. Die Länge steuert die Tragzahl: Ein langer Wagen (L) trägt bei gleicher Baugröße mehr als ein normaler (N) oder kurzer (K). Die Höhe passt die Anschlussmaße an.
| Position | Buchstabe | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1: Anschraubart | F | Flansch (Verschraubung durch den Flansch) |
| 1: Anschraubart | S | schmal (Verschraubung von oben, kompakt) |
| 2: Länge | N | normal (Standardlänge) |
| 2: Länge | L | lang (mehr Kugelreihen, höhere Tragzahl) |
| 2: Länge | K | kurz (kompakte Bauform) |
| 3: Höhe | S | Standardhöhe |
| 3: Höhe | H | hoch |
| 3: Höhe | N | niedrig |
| Bauform | Anschraubart | Länge | Höhe |
|---|---|---|---|
| FNS | Flansch | normal | Standardhöhe |
| FLS | Flansch | lang | Standardhöhe |
| FKS | Flansch | kurz | Standardhöhe |
| SNS | schmal | normal | Standardhöhe |
| SLS | schmal | lang | Standardhöhe |
| SKS | schmal | kurz | Standardhöhe |
| SNH | schmal | normal | hoch |
| SLH | schmal | lang | hoch |
Vorspannung: C0, C1, C2, C3
Die Vorspannung ist die innere Verspannung des Wagens gegen die Schiene. Die konkrete Vorspannkraft Fpr definiert Rexroth je Wagen im Katalog. Mehr Vorspannung bedeutet höhere Steifigkeit und weniger Spiel, aber auch mehr Reibung und kürzere Lebensdauer. Die Vorspannung sollte ein Drittel der äußeren Lagerbelastung nicht überschreiten. Welche Klasse zu Ihrer Anwendung passt, behandelt der Beitrag Vorspannung richtig wählen.
| Code | Vorspannung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| C0 | ohne Vorspannung | leichtgängig, geringe Reibung, höhere Einbautoleranzen |
| C1 | gering | präzise Führung, geringe äußere Lasten, hohe Steifigkeit |
| C2 | mittel | hohe äußere Lasten und hohe Steifigkeit, auch für Einzelschienen |
| C3 | hoch | höchste Steifigkeit, hohe Momenten- und Wechsellasten |
Genauigkeit: N, H, P, XP, SP, UP
Die Genauigkeitsklasse begrenzt die Toleranz des Höhenmaßes und des Parallellaufs von Wagen und Schiene. Von N nach UP werden die Toleranzen enger, der Preis steigt, die Auswahl wird kleiner. N und H decken den allgemeinen Maschinenbau ab, P bis UP sind für Präzisions- und Messanwendungen. Die vollständige Toleranztabelle finden Sie unter Genauigkeitsklassen im Detail.
| Code | Klasse | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| N | Normal | allgemeiner Maschinenbau, Standardanwendungen |
| H | Hoch | engere Toleranz, anspruchsvoller Maschinenbau |
| P | Präzision | Präzisionsanwendungen mit engem Höhenmaß |
| XP | Extra-Präzision | sehr enge Toleranzen, dynamische Präzisionsachsen |
| SP | Super-Präzision | Werkzeugmaschinen, hohe Positioniergenauigkeit |
| UP | Ultra-Präzision | höchste Genauigkeit, Mess- und Feinstbearbeitung |
Die R-Nummer: Materialnummer, kein zweiter Typenschlüssel
Neben dem Typenschlüssel trägt jeder Wagen eine zehnstellige Rexroth-Materialnummer, meist mit R16 beginnend, einzelne Ausführungen mit R20, zum Beispiel R165121421. Diese Nummer ist eindeutig je Ausführung: Gleiche Baugröße, aber andere Vorspannung, Genauigkeit oder Dichtung ergibt eine andere R-Nummer. Sie ist eine Bestellnummer, kein zweiter Typenschlüssel. Vorspannung und Genauigkeit lassen sich aus den Ziffern nicht ablesen.
Ein grobes Muster gibt es dennoch: Der Nummernstamm (die ersten Stellen) ist nach Bauform gruppiert, etwa R1622 für SNS oder R1651 für FNS. Mehr sollten Sie aus den Ziffern nicht ablesen. Verlassen Sie sich für Vorspannung, Genauigkeit und Dichtung immer auf den Typenschlüssel, und prüfen Sie beim Bestellen die vollständige Materialnummer der konkreten Ausführung.
Drei Typenschlüssel entschlüsselt
Die folgenden drei Ausführungen stammen direkt aus dem PTS-Sortiment. Beachten Sie die R-Nummern: Beide SNS-Wagen teilen sich den Stamm R1622, der FNS-Wagen liegt im Stamm R1651. Die vollständige Nummer trägt aber auch Baugröße, Vorspannung und Dichtung, deshalb zählt beim Bestellen nur die Materialnummer der konkreten Ausführung.
| Typenschlüssel | R-Nummer | Baugröße | Bauform | C dyn. (C100) | C0 stat. |
|---|---|---|---|---|---|
| KWD-025-FNS-C1-N-1 | R165121421 | 25 | Flansch, normal | 28,6 kN | 35,9 kN |
| KWD-015-SNS-C1-N-1 | R162211420 | 15 | schmal, normal | 9,9 kN | 12,7 kN |
| KWD-035-SNS-C1-N-1 | R162231420 | 35 | schmal, normal | 51,8 kN | 80,9 kN |
Typenschlüssel entschlüsselt, jetzt das System konfigurieren
Aus dem Code wird ein komplettes System: Wählen Sie Baugröße, Bauform, Vorspannung und Genauigkeit, ergänzen Sie die Schiene auf Maß und sehen Sie zu jedem Typenschlüssel die passenden Tragzahlen und den Preis.
Preise und Bestände sehen Sie im Sortiment ohne Anmeldung.
Und die Schiene? KSA und die R1605-Teilung
Die Schiene zum Wagen ist die Kugelschiene KSA. Auch sie trägt eine R16-Materialnummer, alle Standardschienen dieser Baureihe beginnen mit R1605. Diese R1605-Kennung steht für die Teilung, also den Lochabstand der Befestigungsbohrungen. Der gleiche Schienentyp kann in einer anderen R-Nummern-Serie mit abweichender Teilung existieren. Gleichen Sie deshalb vor jeder Nachbestellung die Teilung ab; die Baugröße allein sagt darüber nichts.
Drei Regeln gelten für die Paarung: Die Genauigkeitsklasse der Schiene muss mit der des Wagens übereinstimmen. Die Baugröße muss passen. Die Bauform des Wagens ist frei, jede Bauform läuft auf der Schiene gleicher Baugröße. Ob mit Abdeckband oder mit Befestigung von oben, entscheiden Sie beim Schienentyp, denn das Abdeckband ist eine eigene Schienen-Materialnummer und lässt sich nicht nachträglich ergänzen. Das Ablängen auf Maß und die Planung des Randabstands folgen dann als eigener Arbeitsschritt.