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Verschmutzungsanzeige am Hydraulikfilter: Funktion und Auswahl
Eine Verschmutzungsanzeige sagt Ihnen, wann das Filterelement beladen ist und gewechselt werden muss, bevor das Umgehungsventil öffnet und ungefiltertes Öl in den Kreislauf gelangt. Sie misst dazu den Druckverlust über das Element, nicht die Reinheit des Öls. Wer eine Anzeige auswählt, entscheidet über drei Dinge: Messprinzip, Ablesung und Auslösepunkt. Alle drei ergeben sich aus der Anlage selbst, das Messprinzip aus der Einbaulage, die Ablesung aus der Überwachung, der Auslösepunkt aus dem Umgehungsventil.
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Was die Anzeige misst
Die Verschmutzungsanzeige misst den Differenzdruck über das Filterelement und löst aus, wenn er einen eingestellten Wert erreicht. Ein sauberes Element setzt dem Öl wenig Widerstand entgegen, der Druckverlust ist gering; mit jedem aufgenommenen Partikel steigt der Strömungswiderstand und mit ihm der Differenzdruck zwischen Ein- und Auslass. Der Auslösepunkt liegt bewusst unter dem Öffnungsdruck des Umgehungsventils. So wechseln Sie das Element, solange es noch filtert, und bevor ungefiltertes Öl am Element vorbei in den Kreislauf strömt.
Wichtig ist, was die Anzeige nicht misst. Sie zeigt die Beladung des Elements über den Druck, nicht die Reinheitsklasse des Öls. Die Ölreinheit wird als Reinheitsklasse nach ISO 4406 angegeben und über eine Partikelmessung bestimmt, nicht über die Verschmutzungsanzeige. Eine ausgelöste Anzeige bedeutet also, dass das Element beladen ist, nicht, dass das Öl um eine bestimmte Klasse verschmutzt wäre.
Wie viel Schmutz das Element bis zum Auslösen aufnimmt, hängt von seiner Schmutzaufnahmekapazität ab, die im Multipass-Test nach ISO 16889 ermittelt wird. Die Anzeige ist damit ein Warnsignal am Ende dieser Kapazität, kein Messgerät für den Zustand des Öls. Sie sitzt dort, wo der Druckabfall entsteht: am Druckfilter zwischen Pumpe und Verbraucher, am Rücklauffilter vor dem Tank oder am Saugfilter vor der Pumpe. Aus dieser Einbaulage folgt, ob Differenzdruck oder Staudruck das richtige Messprinzip ist.
Bauarten
Verschmutzungsanzeigen unterscheiden sich in zwei Dimensionen: nach dem Messprinzip, also Differenzdruck oder Staudruck, und nach der Ablesung, also optisch oder elektrisch. Beide lassen sich kombinieren. Es gibt daher auch optisch-elektrische Anzeigen, die vor Ort ein Farbfeld zeigen und zugleich ein Signal an die Steuerung geben.
| Bauart | Funktionsprinzip | Ablesung oder Signal | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Differenzdruck, optisch | Druckdifferenz über das Element | Farbfeld oder Stößel, per Sichtkontrolle | Druck- und Rücklauffilter, bemannte Anlagen |
| Differenzdruck, elektrisch | Druckdifferenz über einen Druckschalter | Kontakt an Warnlampe oder Steuerung | überwachte und automatisierte Anlagen |
| Staudruck (Rücklauf) | Vordruck gegen Tank oder Atmosphäre | optisch oder elektrisch | Rücklauf- und Saugfilter, drucklose Ablaufseite |
Ablesen und reagieren
Eine Anzeige ist nur so viel wert wie die Reaktion darauf. Der Ablauf ist immer derselbe, unabhängig davon, ob Sie ein Farbfeld ablesen oder ein Signal an der Steuerung sehen.
- Bei Betriebstemperatur ablesen. Kaltes, zähes Öl treibt den Differenzdruck hoch und kann die Anzeige auslösen, ohne dass das Element beladen ist.
- Unter Durchfluss prüfen, also im Betrieb unter Last, nicht im Stillstand. Ohne Volumenstrom baut sich kein aussagekräftiger Differenzdruck auf.
- Löst die Anzeige bei Betriebstemperatur aus, das Element wechseln. Die Anzeige nur zurückzustellen behebt die Ursache nicht.
- Nach dem Wechsel die Anzeige zurückstellen oder prüfen und den Wechsel dokumentieren, damit sich die Standzeit verfolgen lässt.
- Löst die Anzeige immer wieder früh aus, die Ursache klären: hoher Schmutzeintrag, gealtertes Öl oder eine zu feine Filterwahl. Häufiger tauschen ist keine Lösung.
Auswahl
Die Auswahl folgt zwei Fragen: Wo sitzt der Filter, und wie wird die Anlage überwacht? Aus der Einbaulage folgt das Messprinzip, aus der Überwachung die Ablesung. Die restlichen Punkte stellen sicher, dass die Anzeige zum Element, zur Steuerung und zum Gehäuse passt.
- Einbaulage und Filtertyp: Druck-, Rücklauf- oder Saugfilter entscheiden zwischen Differenzdruck- und Staudruckanzeige.
- Ablesung: optisch für bemannte Anlagen mit Sichtkontrolle, elektrisch für Fernüberwachung und SPS-Anbindung.
- Auslösepunkt: muss zum Element und zum Öffnungsdruck des Umgehungsventils passen, damit die Anzeige vor dem Bypass warnt.
- Kaltstartunterdrückung: sinnvoll, wo kalt gestartet wird, damit der Kaltstart keinen Fehlalarm auslöst.
- Signalart und Anschluss: Öffner oder Schließer, passender Steckverbinder zur vorhandenen Steuerung.
- Kompatibilität: Anschluss und Bauform müssen zum Filtergehäuse passen.
Filter und Verschmutzungsanzeigen ab Lager
Ob Druck-, Rücklauf- oder Saugfilter: Die PTS-Hydraulik führt Filter und passende Verschmutzungsanzeigen ab Lager. Wählen Sie nach Einbaulage und Überwachung, und wenn die Filtrationsauslegung unklar ist, klärt die Technik die Reinheitsanforderung vor der Bestellung.
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