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Was ist ein 2-Wege-Einbauventil? Funktion, Nenngrößen und Steuerdeckel

Ein 2-Wege-Einbauventil ist ein Sitzventil ohne eigenes Gehäuse: Buchse, Kolben und Schließfeder sitzen in einem genormten Einbauraum des Steuerblocks, und erst der aufgeschraubte Steuerdeckel macht daraus ein Sperr-, Druck- oder Stromventil. Deshalb tragen diese Ventile die großen Volumenströme kompakter Steuerblöcke, von 320 l/min in Nenngröße 16 bis über 30.000 l/min in Nenngröße 160. Dieser Beitrag beantwortet die drei Fragen, die vor der Bestellung stehen: wie das Ventil arbeitet, was der Deckel entscheidet und welche Nenngröße zum Volumenstrom passt.

Aktualisiert 3. September 2026PTS Technik-Redaktion6 Min. Lesezeit
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Wie das Ventil arbeitet

Das Einbauelement besteht aus einer Buchse, einem Kolben mit Sitz und einer Schließfeder. Es steckt in einem Einbauraum, dessen Maße ISO 7368 festlegt, in Deutschland lange als DIN 24342 bekannt. Zwei Hauptanschlüsse münden in den Einbauraum: A axial am Sitz, B seitlich am Ring. Auf der Rückseite des Kolbens liegt der Steueranschluss X, auf den die Feder und der dort anstehende Steuerdruck wirken. Ob der Kolben öffnet oder geschlossen bleibt, entscheidet allein das Kräfteverhältnis: Der Druck an A und B drückt auf die Sitz- und Ringfläche und will den Kolben heben, Feder und Steuerdruck an X halten ihn auf dem Sitz.

Weil das Element selbst keine Vorsteuerung enthält, ist es ein reines Stellglied. Die Logik sitzt im Steuerdeckel, der den Einbauraum nach außen schließt und den Anschluss X versorgt: mit Bohrungen, einem aufgebauten Wegeventil, einem Druckventil oder einer Hubbegrenzung. Aus demselben Element entstehen so verschiedene Ventilfunktionen, und der Steuerblock bleibt kompakt, weil das Element keine Rohre, Flansche und Zwischenplatten braucht. Als Sitzventil schließt es leckölfrei, und die kurzen Wege zwischen Einbauraum und Deckel ergeben kurze Schaltzeiten.

Welche Funktion der Steuerdeckel bestimmt

  • Sperr- und Wegefunktion: Ein Wegeventil im Deckel belüftet oder entlastet den Anschluss X. Steht X unter Druck, bleibt das Element geschlossen; ist X entlastet, öffnet der Druck an A oder B den Kolben. So schaltet das Einbauventil große Volumenströme mit einem kleinen Vorsteuerventil.
  • Druckfunktion: Ein Druckventil im Deckel begrenzt oder regelt den Druck an X. Steigt der Druck am Hauptanschluss über den eingestellten Wert, hebt der Kolben ab und leitet zum Tank oder in den zweiten Anschluss. Im Sortiment heißen diese Elemente Druckbegrenzungs-Einbauventile, elektrisch verstellbare Deckel tragen die Proportionaltechnik.
  • Stromfunktion: Eine Hubbegrenzung im Deckel begrenzt den Kolbenhub und damit den freigegebenen Querschnitt. Das Element wirkt dann als Drossel oder Stromventil; die Einstellung sitzt von außen erreichbar am Deckel.
  • Rückschlagfunktion: Der Deckel führt das Steueröl so, dass der Kolben nur in einer Strömungsrichtung öffnet. Mit entsperrbarer Ausführung wird daraus ein Halteventil für Lasten.

Nenngrößen und Volumenstrom

ISO 7368 stuft die Einbauräume in zehn Nenngrößen von 16 bis 160. Die Nenngröße nennt den Sitzdurchmesser in Millimetern und damit den Querschnitt, den der Kolben freigibt. Welcher Volumenstrom bei zulässigem Druckverlust hindurchpasst, hängt zusätzlich von der Kolbenausführung ab: Sitzkolben mit oder ohne Dämpfung und mit unterschiedlichem Flächenverhältnis tragen je Nenngröße verschiedene Höchstwerte. Die Tabelle nennt darum je Nenngröße die Spanne der maximalen Volumenströme über die geführten Ausführungen; der Wert der konkreten Ausführung steht im Datenblatt.

Nenngrößen nach ISO 7368: maximaler Volumenstrom und Betriebsdruck
NenngrößeMax. Volumenstrom (l/min)Max. Betriebsdruck (bar)
16320 bis 430420
25700 bis 900420
321.130 bis 1.500420
402.050 bis 2.500420
502.950 bis 3.500420
635.000 bis 6.500420, einzelne Ausführungen 450
806.050 bis 8.500420, einzelne Ausführungen 450
1009.200 bis 13.000420, einzelne Ausführungen 450
12513.000 bis 19.000420
16026.250 bis 32.500420
Spanne = kleinster und größter maximaler Volumenstrom der geführten Kolbenausführungen je Nenngröße, kein Mittelwert; der Wert je Ausführung steht im Datenblatt. Quelle: Herstellerdaten Bosch Rexroth, Baureihe LC (Katalog-R-Nummern). Stand 2026-09.

Auswahl in vier Schritten

  1. Funktion festlegen: Sperren, Druck begrenzen, Strom drosseln oder Rückschlag. Daraus folgt der Deckeltyp, und der Deckel bestimmt, welche Elementausführung dazu passt.
  2. Nenngröße aus dem Volumenstrom wählen: Den größten Betriebsvolumenstrom in der Tabelle suchen und die Nenngröße nehmen, deren Spanne ihn mit Reserve abdeckt. Zu klein gewählt steigt der Druckverlust, zu groß gewählt wächst der Block ohne Nutzen.
  3. Kolbenausführung und Feder nach Datenblatt: Dämpfung gegen Druckstöße beim Schließen, Flächenverhältnis und Federstärke nach der Schaltaufgabe. Diese Werte sind ausführungsspezifisch und stehen nur im Datenblatt des Herstellers.
  4. Druckflüssigkeit und Dichtwerkstoff: Die Standardausführung ist für Mineralöle HL, HLP, HLPD, HVLP, HVLPD und die schwer entflammbare Flüssigkeit HFC freigegeben, die Ausführung V mit FKM-Dichtungen für HETG, HEES, HEPG, HFDU und HFDR. Quelle: Herstellerdaten Bosch Rexroth, Baureihe LC.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem 2-Wege-Einbauventil und einem Wegeventil?

Ein Wegeventil ist ein fertiges Ventil mit Gehäuse und Anschlussbild, meist als Schieber. Ein 2-Wege-Einbauventil ist ein Sitzventil-Element ohne Gehäuse, das in einem Einbauraum des Steuerblocks sitzt und seine Funktion erst über den Steuerdeckel erhält. Es schaltet größere Volumenströme auf kleinerem Raum und schließt leckölfrei.

Wofür stehen ISO 7368 und DIN 24342?

Beide Normen legen die Einbauräume für 2-Wege-Einbauventile fest: Bohrungsbilder, Anschlusslagen und die Nenngrößen 16 bis 160. DIN 24342 war die deutsche Norm, ISO 7368 ist die internationale Nachfolgerin. Elemente und Deckel verschiedener Hersteller passen in denselben Einbauraum, die Deckelschnittstelle ist aber je Hersteller abgestimmt.

Welche Nenngröße brauche ich für meinen Volumenstrom?

Die Nenngröße, deren Spanne in der Tabelle den größten Betriebsvolumenstrom mit Reserve abdeckt. Nenngröße 16 trägt je nach Ausführung bis 320 bis 430 l/min, Nenngröße 63 bis 5.000 bis 6.500 l/min, Nenngröße 160 bis 26.250 bis 32.500 l/min. Den Wert der konkreten Kolbenausführung nennt das Datenblatt.

Was macht der Steuerdeckel?

Er schließt den Einbauraum und versorgt den Steueranschluss X auf der Kolbenrückseite. Mit einem Wegeventil im Deckel entsteht eine Sperr- oder Wegefunktion, mit einem Druckventil eine Druckbegrenzung oder Druckregelung, mit einer Hubbegrenzung eine Stromfunktion. Das Element selbst bleibt dabei gleich.

Kann ich Element und Steuerdeckel verschiedener Hersteller kombinieren?

Der Einbauraum ist nach ISO 7368 genormt, die Steuerölführung zwischen Element und Deckel und die Freigabe der Kolbenausführung zum Deckel sind jedoch herstellerspezifisch abgestimmt. Bleiben Sie bei Element und Deckel eines Herstellers und derselben Baureihe, dann stimmen Funktion, Dichtungssatz und Freigabe.